
Dieser Beitrag erschien am 12.3.2008 auf Gegen den Strom auf blog.de. Da ich Grund zur Annahme habe, daß mein Blog dort kurz vor der Löschung steht, transferiere ich alle Beiträge hierher.
Bewußte Verbreitung von Falschmeldungen konnte jetzt die FAZ dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan in diesem Interview nachweisen:
FAZ:
Vor Köln hatten Sie in Ludwigshafen zur Mäßigung aufgerufen.
Erdogan:In dem Haus starben neun Menschen, fünf von ihnen waren Kinder. In meiner Ansprache vor dem Haus versuchte ich zu besänftigen. Ich dankte den örtlichen und den Bundesinstitutionen für ihr Feingefühl bei der Angelegenheit. Seit ich aus Deutschland zurück bin, hat es an verschiedenen Orten zehn weitere Feuer gegeben. Nun erfahren wir, dass in Briefkästen Hassbotschaften geworfen wurden, zusammen mit Streichhölzern…
FAZ:
… was sich allerdings als Falschmeldung der türkischen Medien entpuppt hat.
Erdogan:
Die deutsche Regierung muss aber strenge Maßnahmen ergreifen. Am Tor des Hauses von Ludwigshafen sah ich Nazizeichen. Man sagte mir, es sei vor langer Zeit angebracht worden. Ich habe Verwandte in Deutschland, und sie sagen mir: Wir haben Angst. Wir stammen aus einer Zivilisation, die Respekt gegenüber anderen hervorgebracht hat. Wir lieben die Geschöpfe des Schöpfers wegen. Wenn wir auf Liebe aufbauen, haben wir untereinander Frieden.
Natürlich kein Wort der Entschuldigung, stattdessen ein Gegenangriff mit implizierter Rassismuskeule.
Aber Erdogan gibt noch mehr preis:
FAZ:
In Köln hatten Sie gesagt, von den drei Millionen Türken in Deutschland hätten 800.000 die deutsche Staatsbürgerschaft. Wem sollen sie loyal sein - Deutschland oder der Türkei?
Erdogan:
Im Grunde sollten sie gegenüber beiden loyal sein.
Hierzu schreibt das deutsche Innenministerium:
Kann ich auch eingebürgert werden, ohne die bisherige Staatsangehörigkeit aufgeben zu müssen?
§ 12 StAGGrundsätzlich nein! Eine Zielrichtung im deutschen Staatsangehörigkeitsrecht ist es, das Entstehen von Mehrstaatigkeit bei der Einbürgerung nach Möglichkeit zu vermeiden. Für besondere Härtefälle gibt es jedoch auch Ausnahmeregelungen.
Rekapitulieren wir: Herr Erdogan fordert 800000 Deutsche, die früher einmal Türken waren, auf, loyal zu Deutschland UND der Türkei zu sein.
Wie geht das, wenn man seine alte Staatsbürgerschaft bei der Einbürgerung abgeben muss?
a) Herrn Erdogan ist das egal, für ihn zählt Herkunft mehr als Staatsbürgerschaft.
oder
b) Wurden etwa massenhaft Einbürgerungsbestimmungen umgangen, nämlich daß die türkische Staatsangehörigkeit bei Annahme der deutschen nicht zurückgelegt wurde, sodaß diese 800000 Menschen Deutsche und Türken sind?
Irgendetwas stinkt da. Und das ziemlich penetrant.
Bei solchen Aussagen geht beinahe unter, daß Erdogan seine Anti-Assimilationsaufforderung nochmals bekräftigte:
Versuchte man aber, von der Politik der Integration in eine Politik der Assimilation überzugehen, und zwar in eine, die mit Zwang verbunden ist, dann geht es uns etwas an. Unter Assimilation verstehe ich, wenn den Menschen die Möglichkeit vorenthalten wird, ihre eigenen kulturellen Werte und ihre Religion zu leben. Genau das habe ich als Verbrechen gegen die Menschheit bezeichnet. Lasst sie ihre Religion leben, ihre Sprache erlernen, ihre Bräuche praktizieren.
und daß er auch Angela Merkel instrumentalisieren wollte und noch immer will:
Ich wollte das Treffen zusammen mit Frau Merkel machen. Ich sagte, die Halle wird voll sein, lasst uns dort gemeinsam sprechen. Sie wollte erst kommen, dann nahm sie davon Abstand und schlug vor, im Kanzleramt mit Schülern ein Panel zu veranstalten. Leider waren wir nicht in Köln zusammen. Das Treffen mit den 300 Schülern war aber gut. Bedeutungsvoll wäre gewesen, wenn sie nach Köln gekommen wäre. Sie hätte mühelos ihre Botschaft verkünden können. Und so blickten 20 000 Menschen auf mich. Wären wir da gemeinsam auf der Bühne gestanden, es wäre eine Botschaft an die deutsche Gesellschaft gewesen und eine Motivation für die in Deutschland lebenden Türken. Wir können das nachholen, wann immer Frau Merkel es will.
Erdogan hat jetzt seine Absichten wiederholt klar geäußert. Er will einen Staat im Staat in Deutschland.
Keiner soll später mal sagen, es gab keine Anzeichen dafür.
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