
Dieser Beitrag erschien am 11.3.2008 auf Gegen den Strom auf blog.de. Da ich Grund zur Annahme habe, daß mein Blog dort kurz vor der Löschung steht, transferiere ich alle Beiträge hierher.
„Deutschland versteht sich als europäisch gewachsene Kulturnation und ist ein freiheitlich verfasster demokratischer Rechtsstaat.“
oder:
„Integration verlangt auch von in Deutschland lebenden Muslimen die aktive Bereitschaft zu Erwerb und Gebrauch der deutschen Sprache und darüber hinaus die vollständige Beachtung der deutschen Rechtsordnung und der Werteordnung des Grundgesetzes.
Das sind die Selbstverständlichkeiten, die heute als Zwischenergebnis der Beratungen der seit Monaten tagenden Islamkonferenz in Berlin verkündet wurdne.
Alles zu lesen in der FAZ, die auch erstaunlich offen erklärt, warum es nicht zu mehr gereicht hat:
Denn dort sitzen - neben zehn Individualisten mit muslimischem Hintergrund - fünf Verbände, die den konservativen und fundamentalistischen Teil der Muslime in Deutschland vertreten. Das staatliche Gegenüber begegnet ihnen mit defensivem Wohlwollen, man sucht den Konsens auf leisen Sohlen.
Das heißt also, der so friedliebende und gut integrierte Durchschnittsmoslem wird also de facto nur von Fundamentalisten vertreten.
Daß man sich mit Extremisten, wie Milli Görus und IGD an einen Tisch setzt und verhandelt, finden nur Verfassungsschützer bedenklich:
Mit denen kann man sich eigentlich nicht an einen Tisch setzen“, sagt ein Verfassungsschützer und verweist unter anderem auf den Antisemitismus dieser Gruppen. Problematisch sind aber nicht nur diese Organisationen.
Ein paar Zeilen weiter unten wird das Problem auf den Punkt gebracht:
„Das Problem ist: Der Islamismus ist Teil des Mainstreams“, sagt ein Verfassungsschützer.
Nun sickert diese Tatsache schön langsam auch von offiziellen Stellen durch. Islamismus und Islam sind so eng miteinander verbunden wie Alkoholismus und Alkohol.
Nebenbei entlarvt die FAZ auch noch, daß Herr Erdogan aus der laizistischen Türkei massive Unterstützung aus den Moscheen bekommt:
Um die Halle in Köln für die kürzlich gehaltene Rede des Ministerpräsidenten Erdogan voll zu bekommen, mussten die Moscheegemeinden heftig werben, damit genügend Busse fuhren.
Das Fazit des Berichts schwankt zwischen Resignation:
Zwar gibt es etwa bei Milli Görüs heftigen Streit zwischen den alten Führern der ersten Generation und den Erneuerern, den Bildungsbürgern der zweiten und dritten. Doch der Aufstand gegen die Alten, die muslimische Achtundsechziger-Revolte, ist nicht geglückt. Die Alten haben das Geld und das Sagen, stützen sich auf die meist überalterten Moscheegemeinden.
und minimal leichter Hoffnung:
Es fehlen Stimmen jener Mehrheit, die ihr Muslim-Sein eher als Teil ihrer kulturellen Identität verstehen - so wie viele Christen. Ob jemand diese Mehrheit vertreten wird, ist ungewiss. Dafür zumindest hat das schwierige Experiment Islamkonferenz das Bewusstsein geschärft.
“Gefahr erkannt, Gefahr gebannt” lautet ein altes Sprichwort. Das Problem wurde in diesem Artikel sehr genau erkannt, aber die Lösung (Hoffen auf weniger militante Moslemvertreter) grenzt an Selbstaufgabe. Solange man noch handeln kann, sollte man handeln und selbst die Spielregeln festsetzen im freien Europa.
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