Stop Islam

“Meinungsterrorist und Null-Toleranz-Theoretiker” taz 19.6.2008

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“Muslime sind emotionaler”

März 18th, 2008 · Keine Kommentare

Dieser Beitrag erschien am 12.3.2008 auf Gegen den Strom auf blog.de. Da ich Grund zur Annahme habe, daß mein Blog dort kurz vor der Löschung steht, transferiere ich alle Beiträge hierher.

Diese Aussage ist nicht Ergebnis einer NS-Studie, nein sie ist Spiegel-Schlagzeile und Zitat des streng muslimischen Kommunikationswissenschaftlers Deddy Mulyana. Natürlich geht es wieder mal um Extrawürste:

Muslime sind emotionaler”, sagt der Gelehrte, und verlangt kühn eine Portion Extra-Respekt der westlichen Medien: “Größere Einfühlsamkeit”. Der Medienprofessor beklagt, dass die freie Presse bei der Darstellung des Islam “über den Rahmen hinausschießt” und nennt als Beispiel den Streit um die Mohammed-Karikaturen. “Einer muss die Presse kontrollieren”, sagt er auch, und dass es “ein Nachteil der westlichen Presse” ist, “dass die davon ausgeht, dass die Menschenwürde überall gleich ist”.

Laut Mulyana ist die Menschenwürde also nicht überall gleich. Es gibt offenbar wieder Menschen, die etwas gleicher sind. Hatten wir das nicht schon mal? George Orwell läßt mit seiner “animal farm” grüßen.

Brav berichtet der Spiegel vom so zivilisierten, moderaten indonesischen Sonderweg des Islam, den Mulyana vertritt, und zitiert einen hohen Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes:

Die Proteste gegen die Mohammed-Karikaturen führte der Präsident persönlich an. Aber es gab keine Ausschreitungen und kein Blutvergießen. Die Regierung bekennt sich, auf dem Papier, zu Pressefreiheit und demokratischen Grundwerten.

Martin Kobler, Kultur- und Kommunikationschef im Auswärtigen Amt, spricht deshalb von einer “sympathischen Ausprägung des Islam”. Der ehemalige Botschafter in Kairo und Bagdad und Ex-Vertraute von Joschka Fischer sieht mit der jungen indonesischen Verfassung “alle Voraussetzungen gegeben, dass Religion mit Demokratie vereinbar” ist.

Jetzt sind wir aber beruhigt. Es wird ganz ohne Gewalt gegen die Meinungsfreiheit protestiert und die Regierung bekennt sich sogar, auf dem Papier natürlich, zur Pressefreiheit. Alles in Butter, denn der islamische Terror wird ohnehin nur hochstilisiert:

Wenn aufgeklärte und kluge Muslime wie die international bekannte Frauenrechtlerin Siti Musdah Mulia zum Beispiel behaupten, Terrorismus im Namen des Islam werde durch Westmedien “aufgeblasen” und so erst hochgeschrieben

Die Schuld für das bißchen Terrorismus, das man trotz feindlicher Medien nicht wegleugnen kann,wird natürlich nicht bei sich selbst gesucht:

Azyumardi Azra, Professor an der Islamischen Universität in Jakarta, assistiert, dass erst die Westmedien “die radikalen Kräfte großgezogen” hätten: “Das macht wütend”, sagt er und fordert: “Die Denkweise im Westen braucht Korrekturen”. Von “Rache” der Medien für den 11. September sprechen andere.

Und die Erklärung, warum der Westen so falsch liegt, wird auch gleich mitgeliefert:

Dann gerät der Westen, stellvertretend die Medien, unter Generalverdacht. Kommentatoren und Berichterstatter verstünden den Islam nicht, heißt es dann, wie auch? Sie hätten nicht “die richtigen islamischen Gelehrten” als Quellen.

Ok, alles klar. Wir wählen ein paar Ahmedinajads als Ministerpräsidenten in Europa und dafür verstehen wir dann, wie die islamische Welt wirklich ist. Für das interkulturelle Verständnis machen wir das doch gerne.

Tags: indonesien · islam · politik

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