
Dieser Beitrag erschien am 12.3.2008 auf Gegen den Strom auf blog.de. Da ich Grund zur Annahme habe, daß mein Blog dort kurz vor der Löschung steht, transferiere ich alle Beiträge hierher.
Mohamed M., einer der beiden Angeklagten, rastete beim Wiener Terrorprozess wieder einmal aus. Der Richter hatte ihm verboten, sich vor den Schlußplädoyers noch mit seiner Frau (eigentlich Lebensgefährtin, sie sind nur nach islamischem Recht verheiratet) abzusprechen. Der ORF berichtete:
Doch ehe Staatsanwalt Michael Klackl am Mittwochnachmittag sein Schlussplädoyer halten sollte, ordnete der Richter eine viertelstündige Verhandlungspause an. Diese wollte Mohamed M. dazu nützen, um noch einmal mit seiner Frau Mona S. zu sprechen.
Als Richter Norbert Gerstberger das ablehnte, weil das Verfahren nunmehr in einem “kritischen Stadium” sei, spielten sich im Großen Schwurgerichtssaal dramatische Szenen ab. Vier Justizwachebeamten wollten Mohamed M. umgehend und eher unsanft abführen: Sie legten ihm mit Bestimmtheit Handschellen an, wobei sie offenbar die verletzte rechte Hand des 22-Jährigen zu hart anfassten.
Gepoltere und Geschrei
“Sehen Sie, die tun mir weh!”, rief er dem Richter zu, während ihn die Justizwache zum Ausgang drängte. Da begann Mohamed M. wieder erzürnt um sich zu schlagen. Beinahe stieß er gegen eine Begrenzungsbarriere, die das Publikum von den Prozessbeteiligten trennt. Das Wachpersonal hatte alle Mühe, ihn aus dem Saal zu bringen.
Wie im islamischen Kulturkreis üblich, waren sofort Helfer bereit:
Als das geschehen war, hörte man hinter der Tür Gepoltere und laute Schreie des Mannes, worauf Verwandte und Freunde des Mannes Richtung Tür laufen wollten, allerdings am Zutritt gehindert wurden.
Neben den klassischen Menschenrechtsverletzungsvorwürfen, gab es auch Gewaltandrohungen, die in einer Verhandlungspause mündeten:
Auch die Familie von Mona S. zeigte sich erbost. Deren Mutter eilte ins Zeugenzimmer, um über einen Verbindungsgang zu ihrem Schwiegersohn vorzudringen und diesem Beistand zu leisten. Die Justizwache stellte sich ihr in in den Weg. “Das ist Misshandlung!”, rief die Frau.
Ein jugendlicher Prozessbesucher machte Anstalten, einen Wachebeamten körperlich zu attackieren, konnte aber von einem besonneneren Erwachsenen von Handgreiflichkeiten abgebracht werden.
Die Situation drohte über Minuten hinweg zu eskalieren. Die Verhandlungspause musste daher notgedrungen ausgedehnt werden. Gegen 17.00 Uhr konnte der Staatsanwalt zu seinem Schlussvortrag ansetzen.
Allerdings wird dieses Schauspiel bald ein Ende haben, da noch heute das Urteil erwartet wird.
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