
Dieser Beitrag erschien am 13.3.2008 auf Gegen den Strom auf blog.de. Da ich Grund zur Annahme habe, daß mein Blog dort kurz vor der Löschung steht, transferiere ich alle Beiträge hierher.
Die Islamkonferenz wird immer mehr zum Kasperltheater. Es wird monatelang diskutiert und als Ergebnis werden dann solche Phrasen präsentiert,wie Reuters hier berichtet:
Die Islamkonferenz mit je 15 Vertretern der Muslime und aus der Politik will in Berlin ein Papier verabschieden, das die in Deutschland lebenden Muslime auf die deutsche Rechtsordnung verpflichtet.
Das klingt so, als ob die hier lebenden Muslime bis jetzt nicht auf die deutsche Rechtsordnung verpflichtet gewesen wären. Es mag ja sein, daß manche Muslime das selbst glauben, aber als Ergebnis einer monatelang tagenden Konferenz ist das ein bißchen sehr dünn.
Bezeichnend dazu eine Forderung Wolfgang Schäubles:
Vor der dritten Islamkonferenz in Berlin hat sich Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble für deutschsprachigen Islam-Unterricht starkgemacht.
Der deutsche Innenminister fordert also, daß bestehende Gesetze (als Unterrichtssprache in Deutschland gilt Deutsch!) eingehalten werden. Und er verkauft das auch noch als potentiellen Erfolg:
Damit könne der Einfluss von Hasspredigern in Deutschland eingedämmt werden, sagte Schäuble am Donnerstag
Die Frage ist nur, wozu braucht man dann eine Islamkonferenz, wenn hochrangige Minister in ebendiese hineingehen, um die schlichte Einhaltung von Gesetzen zu fordern? Liegt es daran, weil diese Gesetze zur Zeit nicht eingehalten werden oder daran, daß eine gewisse Gruppe diese Gesetze abschaffen will?
Wenn also die alte Verhandlungstaktik, daß man 120% fordern soll, wenn man 100% erreichen will, auch von Schäuble angewendet wurde, dann bekommt man einfach nur Angst.
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