
Daß man sich beim Tanz mit dem Teufel auch die Finger verbrennen kann, das erfährt jetzt die Außenministerin der als offiziell islamfeindlich anerkannten Schweiz, Micheline Calm-Rey. Sie erntet nun die Früchte ihres Kniefalls vor dem iranischen Chefdespoten Ahmedinajad. Calmy-Rey hatte vergangene Woche den Iran besucht, einen Gasdeal mitausgehandelt und schön brav ein Kopftuch aufgesetzt.
Angriffe gegen die Außenministerin kommen selbst aus ihrer eigenen Partei, wie das Schweizer Fernsehen berichtet:
In den letzten Tagen häufte sich die Kritik von Parlamentariern aus FDP, CVP und SVP. Calmy-Rey sei in eine Propaganda-Falle getappt, als sie sich mit dem geächteten Präsidenten fotografieren liess.
Selbst Calmy-Reys Partei, die SP, zeigt sich «skeptisch», weil Ahmadinedschad «ein Holocaust-Leugner und bekennender Israel-Hasser» sei.
Auch der israelische Botschafter in Bern ist nicht gerade erfreut:
Mit diesem Gasabkommen hat sich die Schweiz auf eine Seite geschlagen, auf die Irans nämlich».
Dafür soll die Außenministerin jetzt vor die außenpolitische Kommission im Parlament zitiert werden:
Unter Druck gerät Calmy-Rey auch im Parlament. «Wir verlangen, dass sich die Bundesrätin vor der Aussenpolitischen Kommission erklärt», betonte CVP-Chef Christophe Darbellay gegenüber dem «SonntagsBlick». Das Kopftuch der Aussenministerin lasse den Respekt vor der Gleichberechtigung vermissen, so Darbellay. «Calmy-Rey muss uns sagen, warum sie diesen peinlichen Kniefall vor Ahmadinedschad gemacht hat».
Daß man islamischen Tyrannen auch aufrecht und ohne Schleimspur begegnen kann, hat die frühere Nationalratspräsidentin Christina Egerszegi bewiesen:
Ich bin erstaunt, dass Frau Calmy-Rey ein Kopftuch trug», sagt die FDP-Ständerätin. «Ich verstehe Calmy-Reys Beweggründe nicht. Es ist unnötig, ein Kopftuch zu tragen».
Egerszegi reiste im November 2007 als Nationalratspräsidentin zu offiziellen Gesprächen zum saudischen König Abdallah bin Abdelaziz Al-Saud. Sie trug kein Kopftuch. «Für mich kam es nie in Frage, mich zu verschleiern». Das Kopftuch, so Egerszegi, sei in Ländern wie Saudi-Arabien oder Iran ein «Symbol der Unterdrückung».
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