
Jener Mann, der am Ostersonntag durch seinen Übertritt vom Islam zum Christentum die muslimische Welt “provoziert” hat, hat einen offenen Brief veröffentlicht, in dem er seine Beweggründe für den Übertritt darlegt. Die Welt hat den Brief heute vollständig übersetzt veröffentlicht.
Nach dem anfänglichen Lob auf das Christentum und seine Freude, übergetreten zu sein, spricht er Klartext:
So hat sich mein Geist befreit vom Dunkel einer Ideologie, die Lüge und Heuchelei legitimiert, den gewaltsamen Tod, der zu Mord und Selbstmord verführt, die blinde Unterwerfung und die Tyrannei, und ich konnte der authentischen Religion der Wahrheit, des Lebens und der Freiheit beitreten.
Welche Ideologie er da wohl gemeint hat? Vielleicht diese, wegen der er seit 5 Jahren mit Personenschutz leben muß:
Ich lebe mit ständiger Überwachung in meinem Haus und einer Eskorte von Carabinieri, die mich begleitet, sobald ich die Haustür verlasse. Grund sind die Drohungen und Todesurteile, die Extremisten und islamistische Terroristen in Italien und aus dem Ausland über mich verhängt haben. Ich musste mich mit jenen befassen, die öffentlich Fatwas gegen mich ausgesprochen haben, mit einer juristischen Rechtsprechung des Islam, die mich denunzierte, mich, der ich Moslem war, als “Feind des Islam” bezeichnete, als “Heuchler, weil er ein koptischer Christ ist, der vorgibt, ein Moslem zu sein, um den Islam zu beschädigen” - auf solche Art wurden meine Todesurteile legitimiert. Ich habe mich gefragt, wie es möglich sein kann, dass jemand, der sich wie ich überzeugt und unermüdlich für einen “moderaten Islam” eingesetzt hat, der es dafür auf sich nahm, sich persönlich der Denunzierung auszusetzen, dass jemand wie ich dafür zum Tode verurteilt werden kann im Namen des Islam und auf der Basis eine Legitimation durch den Koran. Ich musste zur Kenntnis nehmen, dass, jenseits des Umstandes, dass weltweit Extremisten und islamische Terroristen Oberhand gewinnen, die Wurzel des Übels in einem Islam verwurzelt ist, der physisch zerstörerisch und historisch konfliktbeladen ist.
Hoffentlich liest auch Kurt Beck, der ja an “moderate Taliban” glaubt, diesen Brief. Magdi Allam weiß im Gegensatz zum SPD-Chef, was ihn in der Zukunft erwarten wird:
Sehr geehrter Herr Chefredakteur, Sie haben mich gefragt, ob ich nicht um mein Leben fürchte in dem Bewusstsein, dass der Übertritt zum christlichen Glauben mir mit Sicherheit eine erneute, wahrscheinlich noch heftigere Todesdrohung wegen des Abfalls vom Glauben einbringen wird. Sie haben absolut recht. Ich weiß, gegen was ich antrete, aber ich erwarte mein Schicksal erhobenen Hauptes, mit geradem Rücken und mit der inneren Zuversicht dessen, der die Sicherheit des eigenen Glaubens hat.
Der Leser erfährt auch noch, warum die Kirche nicht versucht, auf die islamische Expansion mit einer Gegenexpansion zu reagieren:
Aus Angst. Aus Angst, die Konvertiten nicht schützen zu können vor den Todesurteilen und der Angst vor Repressionen gegenüber den christlichen Bewohnern muslimischer Länder. Und nun also die Aussage von Papst Benedikt XVI. heute, der sagt, wer die Angst besiegen wollte, dürfe nicht die geringste Furcht haben, die Wahrheit von Jesus auch gegenüber Muslimen zu bekräftigen.
Und Magdi Allam ist kein Einzelfall, wie er selbst schreibt:
In Italien leben Tausende Menschen, die vom Islam zum Christentum übergetreten sind, in Frieden. Aber es gibt auch Tausende, die ihre neuen, christlichen Glauben verheimlichen müssen aus Angst, von islamischen Extremisten getötet zu werden, die sich unter ihnen einnisten.
Der Brief endet mit einem Appell:
Wenn wir hier in Italien nicht in der Lage sind, hier, in der Wiege des Katholizismus, bei uns zu Hause, allen die volle Religionsfreiheit zu garantieren, wie werden wir je glaubwürdig sein, wenn wir die Verletzung eben jener Freiheit anderswo in der Welt anprangern
2 Antworten bis jetzt ↓
1 david // Mrz 26, 2008 at 10:18
OT: kompliment für dein neues headerbild. so machts endlich mal eine anständige falle
2 schwejk1 // Mrz 26, 2008 at 10:23
danke, ich werde das kompliment weiterleiten. Ein Leser war so freundlich und hat es mir gemacht
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