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“Meinungsterrorist und Null-Toleranz-Theoretiker” taz 19.6.2008

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Hürriyet hetzt weiter, Teil 2

April 1st, 2008 · 2 Kommentare

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Vor nicht ganz 2 Wochen wurde das Thema von mir aufgegriffen, heute veröffentlicht die Welt eine detaillierte Bestandsaufnahme der türkischen Medienhetze gegen Deutschland, an deren Spitze das Massenblatt Hürriyet steht.

Übergriffe auf Türken in Deutschland würden verschwiegen oder verharmlost, beklagen türkische Medien in einer zunehmenden Zahl von Berichten über einen angeblich wachsenden Ausländerhass in Deutschland.

Deutsche Polizeigewerkschafter warnen vor „unhaltbaren Vorwürfe und Spekulationen“, die das Zusammenleben von Türken und Deutschen belasten könnten

Es geht um eine Tat, bei der angebliche rechtsextreme Täter so doof waren, verkehrte Hakenkreuze an die Wand zu schmieren und unleserliche Parolen an die Wand zu schmieren. So etwas dominiert zur Zeit die türkische Medienlandschaft:

Die Ermittler schließen einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht aus, weil im Hinterhof des Gebäudes an einer Wand rechtsradikale Schmierereien entdeckt worden waren. Der Brand ist eine jener mutmaßlichen Gewalttaten, die nach dem dem verheerenden Brand von Ludwigshafen am 3. Februar zu wichtigen Themen in türkischen Medien geworden sind.

Immer dasselbe Muster. Eine Horrormeldung, die sogar Premierminister Erdogan übernnimmt,und die die FAZ im Interview als Lüge entlarvt.

So berichtete die Zeitung „Hürriyet“ Mitte März auf ihrer Titelseite, dass türkische Bewohner von Bielefeld-Brackwede von Unbekannten mit Brandanschlägen bedroht worden seien. Mehrere Türken in der Stadt hätten in ihren Briefkästen anti-islamische Schriften und Streichholzheftchen gefunden.

und das Polizeidementi:

Die Polizei in Bielefeld allerdings dementierte: An den angeblichen Bedrohungen sei nichts dran.

Wie auch dieser Fall: Vorwürfe

Ein großes Thema ist in türkischen Medien seit Wochen auch der Fall des Türken Adem Özdamar, der Mitte Februar in Hagen unter ungeklärten Umständen im Polizeigewahrsam einen Herzstillstand erlitt, ins Koma fiel und am 5. März starb. Während türkische Berichte ohne wenn und aber der Polizei die Schuld am Tod der 26-Jährigen geben, mahnt die ermittelnde Staatsanwaltschaft Hagen zur Zurückhaltung.

und Dementi:

„Nach derzeitigen Erkenntnissen gibt es keine Anhaltspunkte für eine übermäßige Gewaltanwendung durch Polizeibeamte“, sagt Oberstaatsanwalt Reinhard Rolfes. Eine endgültige Beurteilung sei erst möglich, wenn der Abschlussbericht der Gerichtsmedizin vorliege, voraussichtlich Ende April.

Oder es werden gleich bewußt die Tatsachen verdreht, wie in diesem Beispiel über das ich schon berichtet habe:

Für Schlagzeilen in der Türkei sorgten auch angeblich ausländerfeindliche Passagen in einem deutschen Schulbuch. In dem Buch des Cornelsen-Verlags werde der Brandanschlag von Solingen gerechtfertigt, bei dem 1993 fünf Türken ums Leben gekommen waren, berichtete die regierungsnahe Zeitung „Zaman“.

In einem Text des Schulbuches heiße es, wenn die Türken in Anatolien geblieben wären, wäre ihnen nichts geschehen. Bei dem Ausschnitt aus einem Buch der bekannten Autorin Kirsten Boie handelt es sich tatsächlich um einen misslungenen Rechtfertigungsversuch eines Jugendlichen, der offenbar für einen Brandanschlag mit zwei toten Kindern verantwortlich ist. Der Text hatte also das Gegenteil von dem Sinn, was die türkischen Medien mit ihrer Interpretation suggerierten.

Schuld an der Hetze in der Türkei ist natürlich die autochthone Bevölkerung in Deutschland:

So habe die Integrationsbeauftragte Maria Böhmer (CDU) bereits Stunden nach dem Feuer ausgeschlossen, dass Rechtsradikale den Brand gelegt hätten. „Seitdem gibt es Misstrauen in der türkischen Bevölkerung“, sagt der Leiter des Zentrums für Türkeistudien.

Sogar eine eigene Krankheit wurde für dieses Verhalten schon erfunden, da Islamophobie offenbar schon abgenutzt ist:

Türkische Medien hätten den Eindruck, dass sich die „Islamophobie in Deutschland zur Türkophobie weiterentwickelt hat“. Türken hierzulande und in der Türkei hätten die subjektive Wahrnehmung: „In Deutschland will man uns loswerden.“

Die Welt beendet den Artikel somit:

Unterdessen wurde bekannt, dass es nach der Brandstiftung in einem vor allem von Türken bewohnten Haus in Baden-Württemberg keine Hinweise auf den oder die Täter. Es gebe keine neuen Erkenntnisse, sagte ein Polizeisprecher. Es werde weiter in alle Richtungen ermittelt. Die Polizei schließt einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht aus, weil an einer Wand rechtsradikale Schmierereien entdeckt worden waren.

Anmerkung in eigener Sache: Ich ersuche jeden Leser, diesen Hinweis in eigener Sache zur Zukunft des Blogs zu lesen und eine Antwort zu geben.

Tags: islam · politik · türkei

2 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 gnolf // Apr 1, 2008 at 08:40

    Die Parole an der Wand ist nicht unleserlich, da steht eindeutig zu lesen “Deutsche alle sterben” .

  • 2 frmad // Apr 2, 2008 at 07:48

    CONGRATULATION from
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    for the hot post

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