Stop Islam

“Meinungsterrorist und Null-Toleranz-Theoretiker” taz 19.6.2008

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Die TAZ ist schlecht informiert

April 4th, 2008 · Keine Kommentare

Schwer beleidigt zeigt sich heute die TAZ in einem Kommentar von Daniel Bax. Die Gefahr, vor der jahrelang gewarnt wurde, hat sich verändert und mittlerweile sogar gewisse Punkte übernommen:

Homophobie und Antisemitismus unter Muslimen malt sie sogar in den düstersten Farben aus, nur um sich selbst in umso helleres Licht zu rücken

Das ist schon ein herber Schlag, wenn der politische Gegner, dem jahrelang Intoleranz vorgeworfen wurde, plötzlich die selben Werte wie man selbst vertritt. Aber es kommt noch schlimmer für die TAZ. Fanden sich früher eine große Anzahl von Angriffspunkten gegen die Rechten, so sind diese bedrohlich wenig geworden:

Die alte Rechte hegte ihre Ressentiments noch gegen alle Minderheiten gleichermaßen, ob Schwule, Juden oder Muslime. Die neue Rechte, deren Konturen sich heute in fast allen westlichen Ländern abzeichnen, richtet ihre Abneigung exklusiv gegen Muslime.

Nur das gute alte Kriegshetzerargument zieht immer noch, wobei verschwiegen wird, daß Rot-Grün in Deutschland es war, das Kampfeinsätze in Bosnien und Afghanistan ermöglichte:

Und sie (die neue Rechte, Anm.) begreift sich als “pro-amerikanisch” und “pro-israelisch”, betrachtet sie beide Länder doch als Speerspitze im Kampf gegen “den Islam”. Schließlich trumpfen sie militärisch auf, während das alte Europa angeblich nicht mehr als laue Diplomatie zu bieten hat.

Was also tun in einer Situation mit einem Feindbild mit weniger Angriffsflächen? Die TAZ erklärt uns, daß sich das Feindbild gar nicht geändert hat, die “neuen Rechten” tarnen sich nur:

Wenig überraschend ist, dass Wilders mit seinen Forderungen bei Rechtsextremen alter Schule auf Gegenliebe stößt, obwohl er öffentlich zu ihnen Distanz hält. Und es ist kein Zufall, dass ausgerechnet Rechtsextreme in Tschechien seinen Film veröffentlichen wollten.

Und jetzt enthüllt der Autor seine vollkommene Ahnungslosigkeit, zumindest in Wirtschaftsfragen:

Das Feindbild Islam verbindet heute die alte Rechte wie Frankreichs Front National oder den belgischen Vlaams Belang mit modernen Rechtspopulisten wie Italiens Lega Nord, der Schweizerischen Volkspartei (SVP), Österreichs FPÖ oder der Dansk Folkeparti, die sich einen bürgerlich-marktliberalen Anstrich geben und darum salonfähiger sind.

Sämtliche dieser Parteien haben auch nicht nur annähernd einen einen marktliberalen Anstrich, ihre Programme sind auf die “kleinen Leute” und auf Umverteilung ausgerichtet. Aber offenbar ist das für die TAZ auch schon zu marktliberal.
Es kommt noch besser. Nicht nur in Sachen Markt ist die TAZ schlecht informiert, auch über das Ausland scheint man in dieser Redaktion nicht viel zu wissen. Anders ist diese Aussage nicht zu erklären:

In Österreich haben die zwei konkurrierenden rechtspopulistischen Parteien, die FPÖ und Jörg Haiders BZÖ, diesen Vorschlag übernommen und im Bundesland Kärnten jüngst schon in ein Gesetz umgesetzt.

Nicht FPÖ und BZÖ haben dieses Gesetz beschlossen, es waren das BZÖ und die ÖVP.Die ÖVP ist die Partei der österreichischen Christdemokraten, vergleichbar mit der deutschen CDU. Es war auch kein Minarettsverbotsgesetz, sondern eine Erneuerung der Kärntner Bauordnung und des Ortsbildpflegegesetzes, das jetzt auf ortsübliche Bautradition Rücksicht nehmen soll.
Aber solche Details sind im Kampf für die gute Sache sicher vernachlässigbar, stimmt´s TAZ?

Ob so einer Desinformation über Nachbarländer verwundert es auch nicht, daß Deutschland noch als eine Insel der Seligen bezeichnet wird:

Doch im Unterschied zu vielen Nachbarländern fehlt es hier bislang an einer Partei, die sich solcher Stimmungen offensiv zu bedienen wüsste. Für eine Volkspartei wie die Union empfiehlt es sich einfach nicht, allzu minderheitenfeindliche Töne anzuschlagen, wie kürzlich Roland Koch bei den Wahlen in Hessen erfahren musste. Die FDP ist wohl doch zu wertliberal, um der rechtspopulistischen Versuchung zu erlegen, und die NPD zu extrem, um bürgerliche Wähler anzusprechen

Die Gefahr ist jedoch schon im Anmarsch. Unkontrollierbare Medien in der furchtbar freien Welt des Internet bereiten dem Autor größtes Kopfzerbrechen:

Auch wenn es in Deutschland bislang keine Partei gibt, die ähnlich absurde Forderungen wie Wilders erhebt, ist es zu früh, Entwarnung zu geben. Geifernde Polit-Blogs und andere Hassprediger des “freien Westens” haben einem Populisten wie ihm auch hierzulande längst den Boden bereitet.

Und jetzt hat man auch ein neues Feindbild mit vielen Vorzügen: schnell wachsend, kaum zensierbar und nur lose organisiert.
Halali, TAZ!

Tags: islam · politik

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