Paul Schulmeister, ehemaliger Auslandskorrespondent des ORF mit starken katholischen Wurzeln, hat heute einen etwas anderen Gastkommentar in der Presse geschrieben. Was als Beitrag über geplante Moscheenbauten startet, artet in eine Art Generalabrechnung mit Islamkritikern aus. Doch alles der Reihe nach.
Zuerst werden Islamkritiker von ihm als unglaubwürdig bzw. lächerlich hingestellt:
Die Angsterfüllten enthüllen ihren Seelenzustand schon durch die Art der Hinweise, die sie geben. Ein Leserbriefschreiber sieht in Moscheen Mehrzweckgebäude, die auch schon als Waffenlager gedient hätten.
Wieso Konjunktiv? Moscheen haben als Waffenlager gedient. Der ORF - wie peinlich für einen ehemaligen ORF-Korrespondenten - hat sogar darüber berichtet:
Offenbar wurde die Verbindung zwischen ISI und islamistischen Kreisen heuer im Juli beim Konflikt um die Rote Moschee in Islamabad. Das Gotteshaus in unmittelbarer Nachbarschaft zum Präsidentensitz war sprichwörtlich unter den Augen des Geheimdienstes zu einer Festung ausgebaut und mit einem unfangreichen Waffenlager versehen worden.
Darüber hat aber nicht nur der ORF berichtet, auch Focus hat wie viele andere Medien darüber geschrieben:
In der Roten Moschee und angrenzenden Gebäuden auf dem Gelände hatten sich Anfang Juli tagelang Radikalislamisten verschanzt gehalten, bis Sicherheitskräfte den Komplex in der Nacht zum 10. Juli erstürmten. Dabei wurden nach offiziellen Angaben mehr als 80 Menschen getötet.
Dann gäbe es noch die Geschichte von der Moschee in Najaf, aber als vielbeschäftigter Vertreter der Organisation “Christen und Muslime” kann Herr Schulmeister sich wohl nicht um solche unwichtigen Details kümmern.
Und Moscheen dienen nicht nur als Waffen-, sondern auch als Drogenlager. Die Ruhrnachrichten berichteten am 5. März 2008:
Eine erste Lieferung von fast fünf Kilo Heroin fand sich gleich im Kofferraum, die übrigen fast 35 Kilo später unter dem Bett des 21-Jährigen. Der junge Mann hatte das Rauschgift ausgerechnet in dem von ihm angemieteten Zimmer einer Moschee in Lünen versteckt.
Während man sich also noch fragt, ob Schulmeister bewußt lügt oder einfach schlecht informiert ist, kommt im nächsten Satz seines Gastkommentars schon die nächste Unterstellung:
Andere hören schon heute im Schlaf „das vielstimmige Geschrei der Muezzine“ über den Dächern Europas.
Vielleicht hätte Schulmeister mal nach Deutschland fahren sollen, wo in Schleswig-Holstein schon das Geschrei eines Muezzins ertönt. Das wäre näher als Luton in England, wo der morgendliche islamische Weckruf auch schon Realität ist.
Wieder die Frage an Herr Schulmeister: Bewußt gelogen oder einfach schlecht informiert?
Der nächste Angriff auf Islamkritiker läßt nicht lange auf sich warten:
„Daham statt Islam“, „Pummerin statt Muezzin“, „Mohammed der Kinderschänder“: solche Töne aus radikalpopulistischem Politikermund dürften zunehmen. Sie finden an vielen Stammtischen einen kaum mehr versteckten Beifall. Doch viele derer, die über die „abendländische Leitkultur“ schwadronieren, sind selbst kaum imstande, die jüdischen oder christlichen Wurzeln ihrer Leitkultur zu benennen. Viele, die im Islam das neue Feindbild erblicken, haben selbst seit Jahren keine Kirche von innen gesehen. Auf Österreich bezogen handelt es sich zum größten Teil um die politische Falschmünzerei von Demagogen bzw. um die Selbstinfektion am billig verbreiteten Feindbild. „Angst essen Seele auf“. Nichts demonstriert diesen Mechanismus deutlicher als der anschwellende Streit um Moscheen und Minarette.
Mohammed war ein Kinderschänder. Wer mit einer 9jährigen die Hochzeit “konsumiert” ist ein Kinderschänder und eine Religion, die es nach wie vor erlaubt, Kinder zu heiraten, ist eine Kinderschänderreligion. Das ist nicht radikalpopulistisch, sondern im Strafgesetzbuch definiert. Und wenn die Stammtische dazu applaudieren, dann ist das nicht dumpf, wie Herr Schulmeister impliziert, sondern Ausdruck, daß der Großteil der Bevölkerung Unrecht erkennt - auch wenn es sich unter einem religiösen Deckmäntelchen versteckt.
Schulmeister impliziert weiters ohne jegliche Begründung, daß nur derjenige, den Islam kritisieren dürfe, der selbst in seiner Religion gläubig sei. Damit gibt er gläubigen Moslems das Recht, auf jede andere Religion einzudreschen, nimmt aber Atheisten und nichtpraktizierenden Christen und Juden das Recht, den Islam zu kritisieren. Meines Erachtens gibt es für so eine Geisteshaltung nur einen Ausdruck: abendländischen Selbsthass.
Es ist keine unbegründete “Angst essen Seele auf”-Mentalität, die in Österreich herrscht. Aber niemand will hierzulande niederländische Verhältnisse: Theo van Gogh, Hirsi Ali, Geert Wilders, Pim Fortuyn. Muß man noch mehr sagen?
Die Leute, die diese Freiheitskämpfer bedrohten bzw. ermordeten, wurden alle in Moscheen und nicht am Spielplatz indoktriniert. Österreichs Glück ist seine geringe Verstädterung und damit die geringe Konzentration von freiheitsfeindlichen Steinzeitmoslems. Und das soll auch so bleiben!
Nach zwei halbwegs erträglichen Absätzen gehen am Ende endgültig die Gäule mit Schulmeister durch.
Würden nicht viele „Alt-Österreicher“ das Gespräch mit den muslimischen Neu-Österreichern vermeiden statt es zu suchen, wären zwar nicht alle, aber viele Probleme erledigt
Die dummen Eingeborenen sind also wieder einmal schuld. Nicht die Kültürbereicherer müssen sich assimilieren, nein, die autochthone Bevölkerung muß zu Kreuze kriechen. Es fehlt nur noch der Zusatz, daß sie das auf Türkisch oder Arabisch tun soll.
Der Schlußsatz ist dann mindestens so dumm wie pathetisch:
Doch selbsternannte Kreuzritter brauchen wir auch nicht. Wir hatten schon zu viele in der Geschichte.
Kreuzritter. Das waren Leute, die fernab ihrer Heimat kämpften - mit Waffengewalt. Also, das Gegenteil, was Schulmeister heutzutage meint: Freiheitskämpfer, die mit Worten die Religion des Friedens so sehr erzürnen, daß diese immer wieder zu Waffengewalt greifen muß, um sie mundtot oder richtig tot zu machen. Klassische Täter-Opfer-Verwechslung.
Wenn so ein Beitrag, der entweder mit bewußten Lügen oder einfach schlechten Informationen Islamkritiker in ein radikales Eck drängt, aus der Feder eines Qualitätsjournalisten sein soll, dann graut mir vor der zukünftigen Medienvielfalt in Europa.
2 Antworten bis jetzt ↓
1 porky // Apr 23, 2008 at 00:21
..nett erläutert!
2 tintifax // Apr 23, 2008 at 20:04
Es ist schön, ein Altösterreicher zu sein.
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