Vor einer Woche hatte Stephan Grigat einen mutigen Gastkommentar in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Anhand von Zitaten erklärte er den Lesern den islamischen Weltherrschaftsanspruch. Jetzt hat sich doch tatsächlich ein Dhimmi gefunden, der Grigat angreift und Ayatollah Khomeinis Taten verteidigt und relativiert. Alleine schon die Überschrift Fritz Edlingers, seines Zeichens Präsident der Österreichisch-Arabischen Gesellschaft,Gastkommentars in der Wiener Zeitung spricht Bände:
Die Fortführung des Islam-Bashings
Stephan Grigats Kritik an einem Religionsterroristenregime macht ihn laut Edlinger zu einem Agenten Israels:
Sein Gastkommentar “Gemäßigter Islamismus?” in der “Wiener Zeitung” vom 22. April stellt wieder einmal ein Lehrbeispiel dafür dar, worum es eigentlich geht: um die Fortführung eines heute leider sehr weit verbreiteten Islam-Bashings mit dem Ziel, die seit Jahrzehnten von Israel betriebene Politik der ethnischen Säuberung und des Landraubes als legitimes Mittel der existentiellen Selbstverteidigung hinstellen zu können.
Und dann legt Edlinger richtig los:
Mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten von Ayatollah Khomeini und mit Hinweisen auf die Verbrechen der Taliban wird da ein Popanz aufgebaut, auf den man mit allen zur Verfügung stehen Mitteln einschlagen kann.
Leider erklärt uns Edlinger in seiner vorbildhaften Dhimmitude nicht, in welchem Zusammenhang folgendes von Grigat angesprochene Khomeini-Zitat zu sehen wäre:
“Wir werden unsere Revolution in die ganze Welt hinaustragen. Der Kampf wird solange anhalten, bis der Ruf ‚Es gibt keinen Gott außer Allah!‘ und ‚Mohammad ist der Prophet Gottes!‘ in der ganzen Welt erschallt.”
Ob es daran liegt, daß man diese Zitat wohl nur in einem Zusammenhang verstehen kann?
Edlinger rechtfertigt hingegegen die Verbrechen der Mullahs, weil es vor der Islamischen Revolution auch keine Demokratie im Iran gab, schuld an der Existenz der Taliban ist letzten Endes natürlich der CIA und wer etwas anderes behauptet ist ein böser Neocon:
Dass beispielsweise die iranische Revolution sehr wohl auch eine Reaktion auf die Diktatur des Schah und auch auf die Eliminierung der iranischen Demokratie war und dass die Taliban eine Kreation der CIA mit Hilfe des pakistanischen Geheimdienstes sind, übergeht man im Übereifer einer letzten Endes neokonservativen Argumentation.
Die klassische Täter-Opfer-Verwechslung darf in so einem Kommentar dann natürlich auch nicht fehlen:
Dass die Verbrechen des islamistischen Terrors für die neokonservativen Ideologen in der US-Administration einen geeigneten Vorwand geliefert haben, ihre Politik der Weltherrschaft rücksichtslos in die Tat umzusetzen, ist inzwischen eine relativ weit verbreitete Einsicht. Und es war purer Zynismus, als Israels damaliger Premier Ariel Sharon nach dem 11. September 2001 den USA den Rat gegeben hat, nun endlich auch jene aggressive und völkerrechtswidrige Politik zu praktizieren, welche Israel bereits seit Jahrzehnten gegen die Palästinenser und andere arabische Nachbarn anwendet.
Am Ende noch ein Satz, der Grigat Unwissenheit vorwirft, aber wie schon beim Khomeini-Zitat mit keinem Zitat, mit keiner These, mit keiner Argumentation, mit rein gar nichts verbunden ist:
Wie bereits erwähnt, sind “Analysen” wie jene Grigats sicherlich nicht dazu geeignet, die wirklichen Hintergründe und Probleme der Konflikte im Nahen und Fernen Osten zu erkennen, geschweige denn zu lösen
Das klingt so, als ob sich Herr Edlinger in akutem Argumentationsnotstand befindet. Wenn man schon seinen politischen Gegner angreift, dann sollte man wenigstens ein paar Argumente haben, aber um solche Details kann sich ein Präsident der Österreichisch-Arabischen Gesellschaft sicher nicht kümmern. Jemanden des “Islam-Bashings” zu bezeichnen ist da schon viel einfacher und wirkungsvoller, stimmts Herr Edlinger?
1 Antwort bis jetzt ↓
1 Nörgler // Apr 29, 2008 at 13:14
Wenn man sowas liest, kommt einem ja das Essen hoch.
Hinterlasse ein Kommentar